Nach der Publikation eines internen Papiers fordern erste Stimmen, das Führungsteam der Nagra auszuwechseln. Das Vertrauen sei verspielt. Das Nagra-Papier nennt nur noch zwei Orte, wo dereinst Schweizer Atomabfälle vergraben werden sollen. Offiziell stehen sechs zur Auswahl.
«Ich nehme an, dass man in der Nagra das Führungsteam auswechseln muss», sagte Geologieprofessor Walter Wildi am Montag gegenüber Schweizer Radio DRS. Der atomkritische Wildi hatte im August den Beirat Entsorgung aus Protest verlassen. Er warf der Nagra eine «unverantwortliche Sicherheitskultur» vor.
Der Geologe und Nuklearexperte Marcos Buser geht noch weiter. Er verlangt eine Sistierung des Verfahrens, damit die Hintergründe ausgeleuchtet werden können, wie er in einem Interview mit den Zeitungen «Tages-Anzeiger» und «Der Bund» sagte. Anschliessend brauche es «neue, vertrauensvolle» Köpfe.
Buser, der die Eidg. Kommission für nukleare Sicherheit (KNS) im Juni verlassen hatte, erhebt erneut schwere Vorwürfe gegen die Nagra: «Bislang haben die Verantwortlichen falsch gespielt.» Überhaupt: Dass die Nagra nach einem Endlager suche, sei ein Systemfehler. Diese vertrete die Interessen der Stromwirtschaft.
Fachlich geht Buser mit der Nationalen Gesellschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) allerdings einig: Das Zürcher Weinland und der Bözberg (Jura-Ost) gehören auch für ihn zu den favorisierten Standorten. Das Weinland sei, soweit bekannt, der beste Standort, sagte Buser im Interview.
Der Bözberg sei geologisch nicht der beste Standort, aber logistisch interessant. Der Atommüll sei bereits in der Gegend zwischengelagert; die Akzeptanz der Aargauer Bevölkerung höher als anderswo. Die Schlüsse der Nagra seien deshalb «nachvollziehbar», das Verfahren sei aber manipuliert worden, sagte Buser.
Rücktrittsforderungen kommen auch aus der Politik. Nationalrat Hans Grunder (BDP/BE) sagte gegenüber Radio DRS, Rücktritte müsse man diskutieren. Die Voraussetzungen, um in den Regionen weitere Verhandlungen zu führen, seien in der jetzigen Situation schlecht. Grunder sitzt in der Energiekommission (UREK) das Nationalrats.
Nationalrat Filippo Leutenegger (FDP/ZH), ebenfalls UREK-Mitglied, sagte: «Wenn die Spielregeln inmitten des Spiels geändert werden, dann gibt es natürlich Zoff.» Und der atomkritische SP-Nationalrat Beat Jans (BS) meinte: «Wenn sich diese Geschichte als richtig herausstellt, dann unterstütze ich die Rücktrittsforderungen.»
Die Nagra stellt sich auf den Standpunkt, dass das Papier lediglich «eines von vielen möglichen Szenarien» aufzeige. Es werde zur Berechnung für die nötigen personellen und finanziellen Ressourcen gebraucht. Das Papier beschreibe nicht die Planung. (SDA)
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