Bei Strassenschlachten zwischen Anhängern und Gegnern des ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi sind in Kairo fünf Menschen getötet worden. 350 weitere wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums verletzt.
«Keine Diktatur»
Wie der arabische Nachrichtensender Al-Dschasira heute früh berichtete, bekämpften sich die verfeindeten Gruppen am Präsidentenpalast bis in den frühen Morgen mit Steinen und Brandsätzen. Der Sender berichtete von Feuern in den Strassen rund um den Amtssitz des islamistischen Staatsoberhauptes.
Jetzt hat die Armee sogar Panzer vor dem Präsidentenpalast stationiert. Spekulationen über einen Militärputsch machen die Runde.
«Keine Diktatur» riefen die Gegner Mursis an den Ausschreitungen. «Mursi verteidigen heisst, den Islam verteidigen», riefen seine Anhänger. Auch in anderen Landesteilen kam es zu gewaltsamen Protesten. In den Städten Ismailia und Suez zündeten Oppositionsanhänger die örtlichen Büros der Muslimbruderschaft an, aus deren Reihen Mursi ursprünglich stammt.
Die Krawalle hatten gestern begonnen, als Mursi-Anhänger zu den seit Dienstag vor dem Präsidentenpalast protestierenden Gegnern einer weiteren Islamisierung des Landes zogen und anfingen, deren Zelte niederzureissen.
«Möge Gott Ägypten und seinen Präsidenten schützen», war auf einem Transparent zu lesen. «Wir sind gekommen, um den Präsidenten zu unterstützen», sagte der Ingenieur Rabi Mohammed. «Es gibt Leute, die mit ihrem rücksichtslosen Vorgehen demokratische Prinzipien verletzen.»
Aufruf zum Dialog
Ministerpräsident Hischam Kandil rief gestern die Anhänger beider Lager zu Zurückhaltung auf, damit die jüngsten Bemühungen für einen nationalen Dialog eine Chance bekommen könnten.
So hatte Vize-Präsident Mahmud Mekki der Opposition einen Kompromiss im Verfassungsstreit vorgeschlagen. Demnach soll vor dem geplanten Referendum eine Übereinkunft über Änderungen erzielt und diese Punkte schriftlich festgehalten werden.
Alle Beteiligten sollten dieses Dokument bis zur Parlamentswahl im kommenden Jahr respektieren. Die Abgeordneten könnten danach formell über die Änderungsvorschläge abstimmen. Das Referendum über die Verfassung solle aber wie geplant am 15. Dezember stattfinden.
Mehrere radikale Islamisten drohten der Opposition mit einem «heiligen Krieg» (arabisch «Dschihad»), falls diese ihre Sabotagepolitik gegen Präsident Mursi fortsetzen sollten.
Der Generalsekretär der Partei für Unversehrtheit und Entwicklung, Mohammed Abu Samra, sagte in einem Interview des Nachrichtensenders Al-Arabija: «Wenn sie sich gegen die Legitimität stellen, dann werden wir äusserste Gewalt anwenden». Er fügte hinzu: «Wir sind keine Muslimbrüder und auch keine Salafisten, wir sind Dschihadisten.»
Angst vor islamistischer Dominanz
Der schon seit Monaten schwelende Konflikt zwischen den regierenden Islamisten und der säkularen Opposition war in den vergangenen zwei Wochen eskaliert, nachdem der islamistische Staatschef seine Machtbefugnisse auf Kosten der Justiz ausgeweitet hatte.
Als die Islamisten dann auch noch einen Verfassungsentwurf vorlegten, der die Rolle der islamischen Religionsgelehrten im Gesetzgebungsprozess aufwertet und die Rechte der Frau infrage stellt, schwoll die Protestwelle der liberalen Gruppen weiter an. Die Opposition befürchtet, dass die Islamisten Ägypten zu einem von der Religion geprägten Staatswesen machen wollen. (SDA)
Anda sedang membaca artikel tentang
Blutige Kämpfe in Kairo: Jetzt fährt die Armee mit Panzern auf
Dengan url
https://prostatkesehat.blogspot.com/2012/12/blutige-kampfe-in-kairo-jetzt-fahrt-die.html
Anda boleh menyebar luaskannya atau mengcopy paste-nya
Blutige Kämpfe in Kairo: Jetzt fährt die Armee mit Panzern auf
namun jangan lupa untuk meletakkan link
Blutige Kämpfe in Kairo: Jetzt fährt die Armee mit Panzern auf
sebagai sumbernya
0 komentar:
Posting Komentar