Luftrettung: Rega-Stiftungsratspräsident reduziert Lohn

Written By Unknown on Minggu, 11 Agustus 2013 | 17.03

Rega-Stiftungsratspräsident Ulrich Graf will die Rettungsflugwacht aus der turbulenten Zone führen: Er reduziert sein Honorar ab sofort auf neu 15'000 Franken.

«Die Entschädigung des Stifungsratspräsidenten der Rega von jährlich 90'000 Franken war vor meiner Amtszeit festgelegt worden. Ich stelle fest, dass sie in der Öffentlichkeit zu Diskussionen geführt hat», teilte er am Sonntag via den Mediendienst der Rega mit. Auch der «SonntagsBlick» berichtete über den Verzicht.

Das Entschädigungsregelement für den Stiftungsrat der Rega war 2004 von diesem angepasst worden, da es veraltet war. Präsident war damals Albert Keller, Ulrich Graf sass im Stiftungsrat und auch der jetzige Rega-CEO war einfaches Stiftungsratsmitglied.

Gemäss dem Reglement aus dem Jahr 2004 erhalten Stiftungsräte ein Sitzungsgeld von 900 Franken pro Sitzungstag und pauschal 2000 Franken pro Jahr sowie eine Spesenpauschale von 1000 Franken. Die Mitglieder des Stiftungsratsausschusses erhalten 8000 Franken und 2000 Franken Spesen.

Graf hofft nun, dass die Rega «wieder in Ruhe ihre bekannte Tätigkeit ausführen kann».

Am Mittwoch war bekannt geworden, dass die Rega künftig nicht mehr unter dem Gütesiegel der ZEWO fliegen wird. In diesem Zusammenhang wurde Kritik an der Höhe der Saläre des Stiftungsrates und der Geschäftsleitung laut.

Erst auf Druck der Öffentlichkeit gab Rega-Chef Ernst Kohler die Lohnbandbreite bekannt: CEO, Chefarzt und Finanzchef verdienen 250'000 bis 440'000 Franken. Hinzu kommen Prämien von bis zu 13,6 Prozent dieses Salärs.

Volksinitiative als Lösung?

Mitten in der Debatte um die Löhne der Geschäftsleitung denkt Rega-Stiftungsrat Franz Steinegger über eine Volksinitiative nach: Diese soll dazu führen, dass auf den Gönnerbeiträgen künftig keine Mehrwertsteuer mehr erhoben wird.

«Es ist Unsinn, dass die Rega mit über fünf Millionen Franken im Jahr belastet wird», sagte Steinegger im Interview mit der «NZZ am Sonntag». Mit dem Geld könne sich die Rettungsflugwacht einen neuen Helikopter kaufen.

Die Rega wird vom kantonalen Steueramt Zürich zwar unter den Institution geführt, die wegen öffentlicher oder gemeinnütziger Zwecke steuerbefreit sind. Ihre Gönnerbeiträge muss sie gemäss einem Bundesgerichtsurteil von 2011 aber versteuern. Das Gericht bestätigte damals eine Praxisänderung der Eidg. Steuerverwaltung aus dem Jahr 2008.

Gemäss Steinegger will sich die Rega politisch und juristisch gegen diese Besteuerung wehren. Schützenhilfe erhält sie aus dem Parlament: In der Sommersession überwies der Nationalrat eine Motion zur Anpassung des Mehrwertsteuergesetzes des ehemaligen CVP-Ständerats Bruno Frick: Gönnerbeiträge an gemeinnützige Organisationen sollen demnach nicht der Mehrwertsteuer unterliegen.

«Wir denken auch über eine Initiative nach», sagte Steinegger. Dann könne das Volk entscheiden, ob sich der Fiskus an den Gönnerbeiträgen bereichern dürfe.

Steinegger verteidigt Löhne

Der langjährige FDP-Nationalrat Steinegger stellte sich im Interview zudem hinter die Lohnstruktur innerhalb der Rega.

Die Löhne der Rega-Geschäftsleitungsmitglieder dürften nicht mit Organisationen wie dem Roten Kreuz verglichen werden, so Steinegger. «Die Rega ist ein doppelter Flugbetrieb mit Jets und Helikoptern. Dazu kommt die Lohnstruktur des Medizinpersonals. Mit solchen Branchen muss man unsere Saläre messen.» (SDA)


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