Der Umgang mit Fehlern sei bei den SBB ungenügend sagen Lokführer. Besser machen es Spitäler oder Airlines.
In den ersten sechs Monaten des Jahres haben SBB-Lokführer 63 Mal ein Rotlicht überfahren. Meist verlief es glimpflich. Vor zwei Wochen aber, am 29. Juli, führte vermutlich ein überfahrenes Rotlich zu einem schweren Unfall. Zwei Züge krachten ineinander, der 24-jährige Lokführer Jonathan B. kam ums Leben.
Wo Menschen am Werk sind, passieren Fehler. Die Frage ist, wie man damit umgeht. SBB-Mitarbeiter erheben nun schwere Vorwürfe.
Niemand getraut sich, Fehler zu melden
Ein Lokführer, der anonym bleiben will, sagt in der «Neuen Luzerner Zeitung», dass bei den SBB eine «Angstkultur» herrsche. Denn viele würden sich nicht getrauen, Fehler zu melden.
Das bestätigt Huber Giger, Präsident des Verbands Schweizer Lokführer: «Eine Sicherheits- und Fehlerkultur wird nicht bewusst gelebt.»
Früher sei dies anders gewesen. «Da haben sich die Lokführer rege über solche Fragen ausgetauscht. Via Milchküche machte man sich auf Probleme aufmerksam, wo wurde ein Lerneffekt erzielt», sagt er zur «NLZ».
Kein Vertrauen in die Vorgesetzten
Heute sei die Situation eher chaotisch. Das Problem sei das fehlende Vertrauen in die Vorgesetzten, an die sich die Lokführer bei Problemen zu richten haben. Im Gegensatz zu früher seien die Vorgesetzten keine Ingenieure mehr, die über Technik und Abläufe Bescheid wissen.
«Wir haben immer noch eine Bestrafungskultur, wo Lokführer, die Fehler machen, saktioniert werden – auch wenn nichts und niemand zu Schaden kam. Gleichzeitig sind wir gehalten, Fehler zu melden. Das ist doch paradox», sagt Giger und nennt das eine «Bestrafungskultur».
Dass es auch anders gehen könnte, beweisen Airlines und Spitäler. Dort können Mitarbeiter anonym Fehler oder Fehlerquellen melden.
Anonyme Meldungen im Spital
«Wir wollen explizit nicht wissen, wer es war. Nur so melden sich die Mitarbeiter, die Fehler machen», sagt Norbert Rose, Qualitäts- und Risk-Manager des Kantonsspitals St. Gallen. Im Jahr gäbe es 1800 Meldungen.
Auch bei der Swiss können sogenannten Beinahe-Schadensereignisse anonym gemeldet werden.
Erst wenn tatsächlich jemand zu Schaden kommt, wird der Fall konkret untersucht und die Anonymität aufgehoben.
SBB-Sprecherin Patricia Claivaz sagt zwar auch: «Meldungen des Personals haben ein grosses Potenzial zur Verbesserung von Sicherheit und Qualität und sind wesentlicher Bestandteil einer guten Sicherheitskultur.» Wie viele Meldungen es tatsächlich gibt, wollte sie laut «NLZ» aber nicht sagen. (sas)
Anda sedang membaca artikel tentang
Schwere Vorwürfe von SBB-Lokführern: «Wir haben eine Bestrafungskultur»
Dengan url
https://prostatkesehat.blogspot.com/2013/08/schwere-vorwarfe-von-sbb-lokfahrern.html
Anda boleh menyebar luaskannya atau mengcopy paste-nya
Schwere Vorwürfe von SBB-Lokführern: «Wir haben eine Bestrafungskultur»
namun jangan lupa untuk meletakkan link
Schwere Vorwürfe von SBB-Lokführern: «Wir haben eine Bestrafungskultur»
sebagai sumbernya
0 komentar:
Posting Komentar