Gesundheit: Hanoi pumpt zu viel Grundwasser ab - Arsengehalt steigt

Written By Unknown on Rabu, 11 September 2013 | 14.45

DÜBENDORF - ZH - In der 6,5-Millionen-Metropole Hanoi droht das Trinkwasser vergiftet zu werden: Weil die vietnamesische Hauptstadt immer mehr Grundwasser pumpt, strömt arsenbelastetes Wasser näher an die Trinkwasserfassungen. Dies berichtet ein internationales Forscherteam mit Schweizer Beteiligung am Mittwoch im Fachblatt «Nature».

Gemäss dem Erstautoren Alexander van Geen von der Columbia University weist die Studie erstmals nach, dass arsenfreies Grundwasser von nachströmendem arsenhaltigen Wasser kontaminiert werden kann. Zwar schreite dieser Prozess langsam voran, doch er scheint unaufhaltsam. Dies schreibt das Wasserforschungsinstitut Eawag in einer Mitteilung vom Mittwoch.

Das Halbmetall Arsen kommt natürlicherweise in Sedimenten vor und gelangt durch Verwitterung in geringen Mengen ins Grundwasser. Über längere Zeit eingenomme, ist es schon bei tiefen Konzentrationen sehr giftig für den Menschen. Es kann übermässige Hautpigmentierungen, Funktionsstörungen von Leber, Niere und Herzkreislauf sowie Krebs auslösen.

«Unfreiwilliges Experiment»

«Es ist ein riesiges, unfreiwilliges Experiment», sagte der Geochemiker Michael Berg von der Eawag in der Mitteilung. «Wir stellen die Trinkwassersysteme an vielen Orten der Welt auf den Kopf.» Nicht nur in Hanoi, sondern auch in Dhaka (Bangladesch) und Peking (China) seien ähnliche Prozesse im Gang.

In den untersuchten Zonen um Hanoi liegen die Arsenwerte im Grundwasser schon heute 10- bis 50-mal über dem von der WHO empfohlenen Grenzwert von 10 Mikrogramm pro Liter.

Die städtische Wasserversorgung hat die täglich gepumpte Grundwassermenge zwischen 2000 und 2010 verdoppelt - auf über 900 Millionen Liter. In der Stadt wird das Wasser aufbereitet und Arsen zum grössten Teil entfernt. Das löst das Problem aber nur für jene Einwohner, die an eine Wasserleitung angeschlossen sind.

Verseuchte Brunnen

In vielen Aussenquartieren sei das nicht der Fall, warnen die Autoren. Dort wird - zum Beispiel entlang des Roten Flusses - aus zahllosen privaten Grundwasserbrunnen Trinkwasser gepumpt und ohne Aufbereitung in den Haushalten verwendet. Bisher hätten hohe Grundwasserspiegel dafür gesorgt, dass diese Brunnen kein arsenhaltiges Wasser enthielten.

Doch mit dem steigenden Wasserkonsum ströme zunehmend kontaminiertes Wasser von arsenbelasteten Schichten und vom Fluss in die vermeintlich sichere Grundwasserschicht. Ausser in Grossstädten kann dies auch in Regionen geschehen, wo für die Bewässerung sehr viel Wasser aus alten Grundwasserreserven gepumpt wird, zum Beispiel in den Sahara-nahen Zonen Afrikas oder den Trockengebieten Nordamerikas.

Arsen rückt langsam vor

Zumindest eine gute Nachricht kann Eawag-Professor Rolf Kipfe, der das Alter des Grundwassers bestimmt hat, verkünden: Während kontaminiertes Wasser in den letzten 40 bis 60 Jahren mehr als zwei Kilometer Richtung Stadtzentrum vorgestossen ist, hat sich die Grenze der kritischen Arsenkonzentrationen erst um rund 120 Meter bewegt. Die Absorption des Gifts an Sand im Untergrund bremste die Ausbreitung.

Wo die Wasserqualität heute noch genügend ist, bleibt den Verantwortlichen also noch Zeit, das Problem anzupacken - indem die Zahl der Pumpen reduziert oder eine Wasseraufbereitung eingerichtet wird. «Doch die Arsenbelastung rückt konstant vor. Und je grossflächiger sie wird, umso mehr Menschen trinken arsenhaltiges Wasser», warnte Michael Berg von der Eawag. (SDA)


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