Schweizer Bauern sind auf Direktzahlungen angewiesen. Ohne die Zuschüsse müssten sie ihren Betrieb schliessen. Der Bund belohnt vor allem jene, die Wert auf Nachhaltigkeit legen.
Milchbauer Daniel Maag (39) sitzt in der Küche. Vom Fenster aus überblickt er seinen Grossbetrieb: 30 Hektaren, gut 40 Fussballfelder, fruchtbares Land. Auf der Wiese grasen Viona und Karin, zwei seiner 17 Kühe. Mit ihnen produziert Maag in Oberglatt ZH Bio-Milch. Seit Jahren verdient er damit immer weniger. Ohne Direktzahlungen des Bundes könnte sein Betrieb nicht überleben. «Es ist schon traurig, dass es so weit gekommen ist, und es beleidigt meinen Stolz», sagt er. «Wir Bauern sind heute Sozialhilfeempfänger.»
Im Jahr 2013 brachte die Milch Maag lediglich noch 45 000 Franken ein. Vom Bund erhielt er 97 249.35 Franken an Direktzahlungen. Die Berechnung der Zuschüsse ist eine komplizierte Wissenschaft von Agronomen. Daniel Maag: «Es gab Zeiten, da hatte ich bis zu vier Kontrolleure auf dem Hof.»
Maag hat Frau und vier Kinder. Er ist Bauer mit Leib und Seele. Die politische Lage besorgt ihn. «Nur noch sieben Prozent ihres Haushaltsbudgets geben die Schweizer durchschnittlich für Nahrungsmittel aus. Wenn ich im Herbst 200 Kilo Weizen säe, ernte ich im Sommer fünf Tonnen. Was nützt mir das, wenn ich meine Produkte nicht verkaufen kann?»
Während die Bauern früher versuchten, möglichst viele Nahrungsmittel zu produzieren, möchten sie heute möglichst energiesparend arbeiten. Denn mit Tier- und Umweltschutz gibt es mehr zu holen: Der Bund belohnt Bauern, die auf die Umwelt achten – ein politischer Kompromiss von links und rechts.
«Früher bewunderte man jene, die auf einem unkrautfreien Acker möglichst viel produzierten. Heute reden alle von Nachhaltigkeit», so Maag, der vor elf Jahren als Pionier auf biologische Landwirtschaft umstellte. Nicht wegen der Direktzahlungen, wie er betont: «Ich hatte genug vom Experimentieren mit chemischen Pflanzenschutzmitteln. Früher düngten und spritzten wir, was reinging.» So hatte er das in der Landwirtschaftsschule gelernt. Und mit ihm alle anderen Bauern. Damals gab Daniel Maag 20 000 Franken pro Jahr für Chemie aus.
Für die Zukunft hat er einen Wunsch: «Dass ich wieder von meinen Produkten leben kann.»
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