Atom-Aufsicht über die Bohr-Deppen von Leibstadt: «Das ist völlig unverständlich»

Written By Unknown on Rabu, 09 Juli 2014 | 14.44

Am Tag nach der Bekanntgabe des schrägsten Zwischenfalls in der Geschichte der Schweizer Atomkraft ringen die Beteiligten nach Antworten.

Ende Juni wurden im AKW Leibstadt sechs Löcher in der Stahlhülle entdeckt. Arbeiter bohrten sie, um Feuerlöscher aufzuhängen (BLICK berichtete). Eine klare Missachtung der Sicherheitsvorschriften! Das sogenannte Containment muss laut Atomaufsicht Ensi gasdicht sein. Ensi-Sprecher Anton Treier betont die Brisanz des Vorfalls: «Das ist völlig unverständlich. Dass jemand solche Bohrungen im Primärcontainment macht, ist zuvor noch nie passiert.»

Falls bei einem Störfall Dampf austritt, muss die erste Sicherheitshülle absolut dicht halten. «Der Dampf des Primärkreislaufs ist leicht radioaktiv», wie Treier erklärt.

Die Kernkraftwerk Leibstadt AG muss sich nun beeilen, die Löcher wieder zu schliessen. Deadline ist der 18. Juli. «Der Zeitplan ist sehr sportlich», sagt Leibstadt-Sprecherin Andrea Portmann. «Aber wir gehen davon aus, dass wir es schaffen.» Ensi-Sprecher Treier: «Entweder gelingt die Reparatur bis dann, oder sie müssen den Reaktor herunterfahren.»

Die Reparatur ist äusserst komplex und von der Aufsichtsbehörde genau definiert. Zuerst müssen an einem Modell Tests durchgeführt werden. Wenn das Ensi grünes Licht gibt, erfolgt das Verschweissen der Löcher – wiederum begleitet von Ensi-Kontrolleuren. Dutzende Leute sind involviert.

Bei der Betreiberin betreffen die Arbeiten vier verschiedene Abteilungen. Geht etwas schief und wird die Reparatur nicht fristgerecht abgeschlossen, drohen schwere finanzielle Einbussen. «Wir rechnen mit rund einer Million Franken pro Tag», sagt Portmann.

Leibstadt-Geschäftsleiter Stephan Döhler lehnt eine Stellungnahme ab. Im letzten Geschäftsbericht schrieb er: «Im Kernkraftwerk Leibstadt wird mit dem Thema Sicherheit offen, transparent und lebendig umgegangen.»

Leibstadt und seine Pannen

Atom-Gegner kritisieren das AKW Leibstadt schon seit der Inbetriebnahme 1984 und bemängeln regelmässig die Sicherheit im jüngsten Schweizer Meiler. Das sind die drei aktuellsten Zwischenfälle.

Rissige Schweissnaht:
Bei einer Ultraschallprüfung im August 2012 wird ein «tiefer, aber nicht wanddurchdringender Riss» in einer Schweissnaht im Kühlwassersystem festgestellt. Wäre er nicht entdeckt worden, hätte der Riss zu einem mittelgrossen Störfall führen können.

Verstrahlter Arbeiter:
Im August 2010 nimmt ein Taucher im Brennelement-Transferbecken ein verstrahltes Rohrstück in die Hand. Die Messgeräte am Körper des Mannes schlagen zwar akustisch Alarm, doch er hört nichts, weil er per Funk mit dem Kollegen am Beckenrand verbunden ist. Der Taucher bekommt in Sekundenbruchteilen eine Strahlendosis verpasst, die den Jahresgrenzwert deutlich übersteigt. Das Rohrstück lag schon seit vier Jahren unbemerkt im Becken.

Radioaktiver Staub:
Im August 2008 werden während der Revision im Reaktor radioaktive Stoffe freigesetzt. Mehrere Angestellte verrichten mechanische Arbeiten an einer Druckleitung, zwei davon ohne Maske. Sie atmen den strahlenden Staub direkt ein. Die Lüftung war ungenügend.


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