Georgien: Letzter sowjetischer Aussenminister tot

Written By Unknown on Senin, 07 Juli 2014 | 17.03

Tiflis – Der letzte sowjetische Aussenminister Edward Schewardnadse ist im Alter von 86 Jahren in Tiflis gestorben. Der frühere georgische Präsident sei um 12.00 Uhr Ortszeit (10 Uhr MESZ) nach schwerer Krankheit gestorben, sagte sein Sprecher Soso Tkebutschawa am Montag.

Den Deutschen bleibt Schewardnadse als einer der Wegbereiter der Wiedervereinigung unvergessen. Doch in seiner georgischen Heimat galt er als politischer Verlierer. Als Präsident der Kaukasusrepublik musste er in der Rosenrevolution 2003 gegen sein korruptes Regime aus Familienclans zurücktreten.

Am 25. Januar 1928 in Mamati nahe der Schwarzmeer-Küste geboren, machte der Historiker Schewardnadse bereits zu Zeiten seines Landsmanns Josef Stalin von 1948 an Karriere in der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (KPdSU).

Der letzte Sowjet-Präsident Michail Gorbatschow holte ihn 1985 nach Moskau. Schewardnadse sorgte als Aussenminister an der Seite des Vaters von Glasnost und Perestroika (Offenheit und Umgestaltung) nach vier Jahrzehnten des Kalten Kriegs mit für politisches Tauwetter.

Die für Deutschland wichtigste Arbeit leistete Schewardnadse als Vertreter der Sowjetunion bei den Zwei-plus-Vier-Gesprächen. Gegen den Widerstand vieler Kommunisten und Armeegeneräle in Moskau war der Politiker dabei einer der Wegbereiter der deutschen Wiedervereinigung. (SDA)


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