Remo Stoffel plant Spitzenhotel: Wollen Sie nur Superreiche in Vals?

Written By Unknown on Minggu, 14 September 2014 | 17.03

Mieses Wetter, starker Franken, fehlende Gäste: Der Tourismus in der Schweiz kommt nicht aus der Krise. Einer aber macht nicht mit beim Wettjammern: Immobilienkönig Remo Stoffel (37) will in seiner Heimatgemeinde Vals GR einen mondänen Park und ein Hotel der Superlative bauen. Nur das Beste ist ihm gut genug: Sein Haus soll zu den fünf besten der Welt gehören. 

Warum glauben Sie, dass Superreiche in dieses enge Bergtal kommen werden?
Remo Stoffel:
Das ist für mich nicht die Frage. Es geht um etwas anderes: Welche Alternativen hat das Berggebiet? 50 Jahre lang haben wir Zweitwohnungen verkauft. Auch ich habe davon gelebt. Das ist nach der Annahme der Zweitwohnungsinitiative nicht mehr möglich. Wenn wir überleben wollen, müssen wir neue Wege gehen.

Eine Nacht im neuen Hotel wird 1000 bis 25'000 Franken kosten – enorme Beträge.
Zweitwohnungen sind auch teuer. Wenn man richtig rechnet, stellt man fest, dass eine Nacht in der eigenen Ferienwohnung schnell 10'000 Franken kostet.

Aber die Leute geben nun mal leichter Geld für Immobilien aus als für ein Hotel.
Ich glaube, das ändert sich. Vor 20 oder 30 Jahren leistete sich kaum jemand eine Putzfrau. Das ist heute komplett anders.

Vals hat ein treues Schweizer Publikum, das die Zumthor-Therme bewundert. Wollen Sie diese Klientel nicht mehr?
Natürlich wollen wir sie auch. Deshalb haben wir das bestehende Hotel in diesem Sommer aufwendig renoviert.

Schweizer Mittelschicht und globale Oberschicht – geht das zusammen?
Niemand muss die Steuererklärung vorweisen, wenn er nach Vals kommt. Ein spannender Mix unterschiedlicher Gäste aus der Schweiz und der ganzen Welt macht die Stimmung aus. 

Was wird aus den Thermen?
Sie werden mit grösstem Respekt gehegt und gepflegt. Die Therme ist unsere Akropolis!

Wer wird das neue Hotel bauen?
Wir selber, die Priora AG.

Nach welchen Plänen?
Der Wettbewerb läuft noch. Im Dezember wissen wir mehr. Vor zwei Wochen hatten wir eine Zwischenbesprechung mit den Architekturbüros. Acht sind noch dabei, eines ist ausgestiegen.

Woher nehmen Sie das Geld?
Die Priora investierte in der Vergangenheit jeweils 100 bis 200 Millionen Franken in Eigentumswohnungen. Anfang 2013 haben wir uns aus diesem Geschäft verabschiedet. Wir waren zum Schluss gekommen, dass der Markt überhitzt ist. Diese Mittel sind nun frei für neue Geschäfte.

Ihre Kritiker behaupten, Sie hätten Steuerschulden?
Wenn man sich für aussergewöhnliche Projekte engagiert, ist man Kritik ausgesetzt. Damit muss ich leben.

Stimmt der Vorwurf?
Nein.

Was bedeutet Ihnen Geld?
Für mich als Kaufmann ist Geld dasselbe wie für einen Schreiner das Holz: ein Mittel zum Zweck. Ich entwickle Visionen und finanziere Projekte.

Und für Sie als Privatmann?
Ich bin mit einem Teller feiner Spaghetti zufrieden.

Sie waren in Strafklagen verwickelt. Eben wurden Sie in zweiter Instanz wegen Gläubigerschädigung verurteilt. Hauen Sie Leute übers Ohr?
Ich bin einmal verurteilt worden, das akzeptiere ich.

Und die anderen Verfahren?
Es gibt keine anderen Verfahren, sie sind abgeschlossen oder wurden eingestellt.

Gehen Sie für den Erfolg über Leichen?
Das Wort Pietät ist auch mir als Nicht-Akademiker ein Begriff.

Handeln Sie als Unternehmer rücksichtslos?
Mich treiben die Freude und die Leidenschaft am Unternehmertum an. Diese Eigenschaft teile ich mit meiner Frau, die Spitzensportlerin ist. Wenn wir etwas erreichen wollen, geben wir alles dafür. 

Was sagt Ihre Frau zum Projekt in Vals?
Sie wünscht mir Glück.

Das heisst, dass sie nicht wirklich daran glaubt.
Doch, sie unterstützt mich, aber wenn man neue Wege beschreiten will, kann etwas Glück nicht schaden.

Sie stammen selber aus Vals. Wie rational handeln Sie bei diesem Projekt?
Unternehmer handeln immer mit Herzblut, sonst sind sie keine Unternehmer, sondern Finanzjongleure, die irgendwo auf der Welt einen Briefkasten unterhalten, um Steuern zu sparen. Ein Unternehmer realisiert zusammen mit seinen Mitarbeitern ein Projekt. Das ist der Hauptunterschied zu einem Finanzjongleur.

Ist bei Vals mehr Herzblut drin als bei anderen Projekten?
Selbstverständlich ist die Verbundenheit zur Heimat speziell. Aber es geht auch hier darum, ein Unternehmen aufzubauen, das funktioniert. Mäzenatentum liegt mir im Zusammenhang mit einer Unternehmung fern. Das ist auch nicht nachhaltig. Ich will kein Denkmal für mich errichten, sondern die wirtschaftliche Zukunft des Hotels für die nächsten 50 Jahre sichern.

Vals geht ein Risiko ein. Im schlimmsten Fall sitzt das Dorf auf einer Investitionsruine.
Vieles sieht am Anfang nicht erfolgversprechend aus. Die Schweizer Uhrenindustrie durchlief Ende der Siebzigerjahre ebenfalls eine schwere Krise. Viele sagten, die Schweiz hätte gegen die Billig-Konkurrenz aus Taiwan und Japan keine Chance. Mit der Besinnung auf die Ursprünge und auf Qualität schaffte die Uhrenindustrie ein fulminantes Comeback. Dasselbe könnte auch im Tourismus der Fall sein. Ich glaube an die Renaissance des Hotels.


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