Geldpolitik: Deutsche Bank verliert 150 Millionen Dollar

Written By Unknown on Sabtu, 17 Januari 2015 | 14.44

New York – Die Turbulenzen an den Devisenmärkten wegen der Aufhebung des Mindestkurses des Frankens zum Euro hat auch bei internationalen Grossbanken für Verluste gesorgt. Deutsche Bank und Citigroup verloren nach Angaben des «Wall Street Journal» je rund 150 Millionen Dollar.

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Auch die britische Grossbank Barclays und einige Hedgefonds sollen kräftig Geld verloren haben, berichtete das «Wall Street Journal» in der Nacht auf Samstag. Das Wirtschaftsblatt berief sich auf eingeweihte Kreise.

Als grösstes Opfer der SNB-Entscheidung gilt bislang ein US-Onlinebroker für Kleinanleger, FXCM. Die Firma wurde mit einem Notkredit über 300 Millionen Dollar gerettet, nachdem die Aktie um mehr als 70 Prozent gefallen war.

In den USA müssen nur 2 Prozent der gehandelten Währungssumme tatsächlich abgedeckt sein. Die Kundenverluste, die über die Einlagen hinaus gehen, müssen vom Händler ausgeglichen werden.

Der britische Wettbewerber Alpari UK meldete sogar Insolvenz an. Die Entscheidung der Schweizerischen Nationalbank (SNB) habe zu extremen Schwankungen und zum Austrocknen jeglicher Liquidität geführt, teilte Alpari auf seiner Internetseite mit.

«Das hat zur Folge gehabt, dass die Mehrheit der Kunden Verluste erlitt, die ihr Einlagenkapital überstiegen. Wo der Kunde diesen Verlust nicht abdecken kann, wird er an uns weitergereicht», heisst es weiter.

Der kleine neuseeländische Devisenhändler Global Brokers hatte schon kurz nach dem Beschluss der SNB sein Geschäft eingestellt. Global Brokers hatte von ähnlichen Liquiditätsproblemen und Verlusten der Kunden berichtet.

Das Kapital der Firma sei aufgefressen, womit man nicht mehr den Anforderungen der Finanzaufsicht genüge, erklärten die Neuseeländer. Geschäftsführer David Johnson entschuldigte sich bei seinen Kunden, versicherte aber, dass die Einlagen sicher seien.

Die SNB hatte am Donnerstag völlig überraschend die Wechselkursbindung des Franken an den Euro aufgehoben. Der Franken sprang zwischenzeitlich um etwa 30 Prozent nach oben. Der Devisenmarkt wurde völlig auf dem falschen Fuss erwischt. Analysten sprachen von Panik und Chaos unter Anlegern.

Auch in der Schweiz sind die Verluste gross: Nach einer Schätzung des Beratungsunternehmens TowersWatson wurden 30 Milliarden Franken an Pensionskassenvermögen vernichtet. Der Schweizer Online-Finanzdienstleister Swissquote stellte 25 Mio. Fr. zurück. (SDA)


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