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Menschenrechte: HRW wirft Burma schwere Verbrechen vor

Written By Unknown on Senin, 22 April 2013 | 14.44

Bangkok – Wegen der Gewalt gegen die muslimische Minderheit der Rohingya wirft die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) Burmas Behörden und Sicherheitskräften Verbrechen gegen die Menschlichkeit und ethnische Säuberungen vor.

Im Bundesstaat Rakhine am Golf von Bengalen hätten Anwohner mit Rückendeckung von Mönchen und Sicherheitskräften Muslime ermordet und 125'000 Menschen vertrieben, berichtete die Menschenrechtsorganisation am Montag in Bangkok.

Die BBC zeigte gleichzeitig Videos, auf denen burmesische Polizisten tatenlos zusehen, während Muslime attackiert und in einem Fall in Brand gesetzt werden. Die Polizei habe sie während der schweren Unruhen in Meiktila in Zentralburma selbst gedreht.

In Luxemburg wollten die EU-Aussenminister am Montag in Anerkennung des Öffnungsprozesses in Burma seit dem Ende der Militärdiktatur vor zwei Jahren die Sanktionen aufheben. (SDA)


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China sucht Gegenmittel: Schon zwanzig Tote wegen neuer Vogelgrippe

Zwölf Patienten konnten sich jedoch auch wieder von der Infektion erholen und wurden aus dem Spital entlassen. Ende März hatten chinesische Behörden erstmals von Infektionen mit dem neuen Stamm der Vogelgrippe berichtet.

Eine Expertengruppe der Weltgesundheitsorganisation WHO ist derzeit in China unterwegs, um bei den Untersuchungen zu H7N9 zu helfen. Die Gruppe der H7-Viren befällt normalerweise Vögel. (SDA)


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Tsarnaev (19) ist aufgewacht: Boston-Bomber wird schriftlich verhört

Die Ermittler haben Hunderte Fragen an den Bombenleger von Boston Dzhokhar Tsarnaev (19). Was war das Motiv der Tat? Steckt eine Terrororganisation dahinter? Gibt es Mittäter?

Schon jetzt soll Tsranaev Antworten auf diese Fragen liefern. Laut verschiedenen US-Medien soll Tsarnaev aufgewacht und teilweise vernehmungsfähig sein. Da er nicht sprechen kann, wird er schriftlich befragt. Offenbar reagiert der 19-Jährige aber nur sporadisch auf die Fragen, wie ABC berichtet.

Die Ermittler befragen Tsarnaev ohne Rechtsbeistand, weisen ihn nicht auf sein Schweigerecht hin. So wollen sie so viele Informationen wie möglich sammeln, berichtet «Spiegel».

Weitere Anschläge geplant?

Tsarnaev liegt im Beth-Israel-Hospitals auf der Intensivstation – unter einem Dach mit seinem Opfern. Er wird schwer bewacht und künstlich beatmet. Sein Zustand sei «ernst, aber stabil», so die Behörden gestern.

Der Attentäter hat eine Verletzung am Hals. Das FBI geht mittlerweile davon aus, dass sich Tsarnaev mit einem Schuss in den Mund umbringen wollte.

Der Polizeichef Ed Davis vermutet, dass Dzhokhar Tsarnaev und sein Bruder Tamerlan noch weitere Anschläge geplant hatten. Bei der Verfolgungsjagd trugen die beiden selbstgebastelte Handgranaten und Sprengsätze bei sich, die sie gegen Polizisten geschleudert hätten, so Davis zum Fernsehsender CBS.

«Er war ganz entspannt»

Unglaublich: Nach dem blutigen Anschlag vom Montag spielte Dzhokhar zunächst den unbeschwerten Studenten. Auf dem Campus der Dartmouth-Universität von Massachusetts trainierte er am Mittwoch im Fitnessraum, schlief in seinem Zimmer im Wohnheim, besuchte mit Freunden sogar eine Party. «Wir haben ihm nichts angemerkt. Er war ganz entspannt», sagt eine Freundin.

Einst war Dzhokhar ein Musterschüler, an der Highschool sogar Captain der Ringer-Mannschaft. Er unterstützte im «Best-Buddies»-Programm Behinderte. Sein Englisch war akzentfrei. An der Uni sackten seine Noten ab. In sieben Fächern hatte er laut der «New York Times» ungenügende Noten.

«Er hat halt ein bisschen viel gekifft», so ein Fussball-Kollege. «Manchmal war er schon ein bisschen komisch», sagt Studentin Emily DeInnocentis (23) im «Boston Globe». «Einmal hat er Käse auf meinem Sofa verteilt. Und meine Katze verschleppt.»

Die Mitstudenten sind sich in einem einig: Über seinen Glauben hat Dzhokhar nie gesprochen. «Ich habe immer gedacht, er sei gemässigter Muslim», so Pamala Rolon (22). (woz/ads)


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Industrie: ABB tätigt Milliardenübernahme in den USA

BERN - BE - Der Industriekonzern ABB übernimmt die an der US-Technologiebörse Nasdaq kotierte Photovoltaikfirma Power-One für rund 1 Mrd. Dollar. Wie ABB am Montag mitteilte, bietet der Konzern den Power-One-Eignern 6,35 Dollar pro Aktie. Der Verwaltungsrat von Power-One stimmt zu.

Power-One bietet Photovoltaik-Wechselrichter an. Nach ABB-Angaben ergänzt das Unternehmen damit das wachsende Wechselrichtergeschäft der Schweizer und es entsteht ein weltweit führender Anbieter im attraktivsten Bereich der Photovoltaik-Wertschöpfungskette. Dem Markt wird ein Wachstumspotenzial von über 10 Prozent jährlich bis 2021 vorausgesagt.

Die Übernahme schliesst Nettobarmittel von Power-One in der Höhe von 266 Mio. Dollar ein und ist als Fusion geplant. Die Transaktion soll im zweiten Halbjahr 2013 abgeschlossen werden. Aktionäre und Aufsichtsbehörden müssen noch zustimmen.

Power-One beschäftigt rund 3300 Personen vor allem in Italien, China, den USA und der Slowakei. Der Umsatz betrug 2012 rund 1 Mrd. Dollar, der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen 120 Mio. Dollar. (SDA)


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Indien: Neue Festnahme nach Vergewaltigung in Indien

Neu Delhi – Im Fall der brutalen Vergewaltigung einer Fünfjährigen in Indien ist ein zweiter Verdächtiger festgenommen worden. Der Mann sei im ostindischen Bundesstaat Bihar gefasst worden, sagte ein Polizeivertreter am Montag.

Ein am Freitag verhafteter erster Verdächtiger habe den Mann beschuldigt, an der Tat beteiligt gewesen zu sein. Der zweite Verdächtige sei im Haus seines Onkels gefasst worden, wo er sich versteckt habe, sagte der Polizeivertreter.

Er solle bald für Vernehmungen und medizinische Untersuchungen in die Hauptstadt Neu Delhi gebracht werden. Was dem zweiten Verdächtigen vorgeworfen wurde, blieb zunächst unklar.

Die Fünfjährige war am 15. April beim Spielen in Neu Delhi verschwunden. 48 Stunden später fanden Nachbarn das Mädchen, nachdem sie Hilferufe der Kleinen hörten.

Das Kind wurde nach Polizeiangaben über mehr als 40 Stunden hinweg sexuell missbraucht. Nach Angaben von Ärzten erlitt es schwere äussere und innere Verletzungen. Einer der behandelnden Ärzte, D.K. Sharma, sagte am Montag, das Mädchen sei bei Bewusstsein. Sein Zustand sei stabil.

Am Sonntag demonstrierten in Neu Delhi mehrere Hundert Menschen gegen sexuelle Gewalt. Erst im Dezember hatte die brutale Gruppenvergewaltigung einer Studentin, die später ihren Verletzungen erlag, in dem Land eine Debatte über sexuelle Gewalt und Strafverschärfungen angestossen. Seitdem wurden mehrere weitere Vergewaltigungsfälle bekannt. (SDA)


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Infrarot-Kamera: Hier spürt die Polizei den Boston-Bomber auf

Written By Unknown on Minggu, 21 April 2013 | 17.03

Ein Schiff, das auf trockenem Grund liegt, schwimmt nicht. Es taugt nicht zur Flucht. Dschochar Zarnajew (19) wusste das wohl, als er sich am Freitagabend in ein aufgebahrtes Motorboot verkroch – und so sein jämmerliches Ende besiegelte.

Blutüberströmt lag er unter der Schiffsplache, als die Polizei ihn aufgriff. Mit einer Infrarot-Kamera hatten sie ihn im Boot aufgespürt. Der Hinweis kam vom Besitzer des Schiffs.

Der 19-Jährige liegt m Spital. Nach Angaben von Gouverneur Deval Patrick ist sein Zustand «ernst, aber stabil». Er sei jedoch noch nicht in der Lage zu sprechen. Patrick fügte hinzu, er hoffe, der 19-Jährige werde überleben: «Wir haben Millionen von Fragen, und diese Fragen müssen beantwortet werden».

Menschenjagd

«Tatverdächtiger verhaftet», twitterte Bostons Polizei. «Wir haben ihn», lautete der Tweet von Bostons Bürgermeister in der Nacht auf gestern.

Vorbei ist eine der spektakulärsten Suchaktionen der US-Geschichte. Bis zu 10000 schwer bewaffnete Polizisten fahndeten seit Montag nach Dschochar und seinem Bruder Tamerlan Zarnajew (26). Sie stehen im dringenden Verdacht, mit zwei Bomben am Boston Marathon drei Menschen getötet und 183 teilweise schwer verletzt zu haben.

Am Donnerstag veröffentlichte die US-Bundespolizei FBI erste Bilder der mutmasslichen Täter. Sie hielten sich noch in Boston auf, waren mit Pistolen und Bomben bewaffnet. Die Fahndungsfotos verleiteten sie zur Flucht. Um dafür nötiges Geld zu beschaffen, raubten sie ein Geschäft aus. Sie töteten einen Polizisten, der sie erkannte.

Und sie entführten den Fahrer eines Mercedes-Geländewagens. Ihm gestanden sie, die Bomben am Marathon gelegt zu haben. An einer Tankstelle liessen sie ihn gehen. Sie wechselten das Auto und fuhren nach Watertown, ausserhalb von Boston. Dort lieferten sie sich mit der Polizei ein längeres Feuergefecht. Tamerlan starb im Kugelhagel. Auf der Flucht überfuhr ihn sein Bruder. 24 Stunden später lag der wimmernd im Boot.

Das fehlende Motiv

Amerika atmete auf. Spontan entlud sich auf den Strassen Bostons der Jubel. US-Präsident Barack ­Obama telefonierte gestern mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin. Sie vereinbarten, bei der Terrorbekämpfung zu kooperieren. Denn die beiden Tatverdächtigen lebten seit Jahren in den USA, haben ihre Wurzeln aber in Tschetschenien – einem Feind Russlands. 

Was bleibt, sind Fragen. Was trieb die beiden jungen Männer zur unbegreiflichen Tat? Wollten sie auf sich aufmerksam machen? Wer ist Tamerlan, der Boxer? Wer der kleine Bruder mit den herzigen Locken, der Rap hörte, sein Rollbrett nicht aus der Hand gab, als cool galt? Vielleicht die wichtigste Frage: Waren es Einzeltäter oder handelten die beiden Brüder im Auftrag einer tschetschenischen Terrororganisation? Zur letzten Frage äusserte sich der Polizeichef von Watertown, Edward Deveau, voreilig: «Nach dem, was wir wissen, waren sie allein.»

Die Biografie der Brüder erzählt ein klassisches amerikanisches Einwanderer-Epos. Beide kommen im zentralasiatischen Kirgistan zur Welt. Dort gehören sie zur tschetschenischen Minderheit. Stalin hatte ihre Familie 1944 vertrieben, weil er glaubte, sie spannten mit Hitler zusammen.

Willkommen sind Tschetschenen in Kirgistan nicht. 2001 flieht die Familie Zarnajew – Eltern, zwei Söhne, zwei Töchter – in die russische Republik Dagestan. Anfang 2002 reisen Vater und Mutter in die USA, kurz darauf folgen die Kinder. Tamerlan ist 15, Dschochar 8.

Vater Ansor Zarnajew flickt Autos. Mutter Subeidat arbeitet als Kosmetikerin. Doch der Vater erkrankt, er geht zurück nach Russland. Die Mutter folgt 2012, um ­einem Strafprozess auszuweichen. Sie war erwischt worden, als sie teure Kleider klaute. Ihre Kinder lernen die Sprache, passen sich der neuen Kultur an, werden Teil des amerikanischen Schmelztiegels.

Der sanfte Ringer

Wobei es dem jüngeren Bruder leichter fällt. Dschochar ist beliebt und dank guter Noten angesehen. Er besucht in Cambridge bei Boston dieselbe Mittelschule, auf der einst die beiden Hollywood-Stars Matt Damon und Ben Affleck büffelten.

Am Schlussball trägt er einen schwarzen Smoking, bindet sich eine rote Fliege um, typisch für amerikanische Gymnasiasten. Er nimmt eine Freundin mit auf den Tanz, scheint dabei «sehr glücklich» zu sein, so ein Mitschüler.

Sein Übername ist «sanfter Engel». Dabei ringt er, drückt auf der Matte jeden zu Boden. Als «schlauen Burschen» beschreibt ihn sein Ringer-Coach. Zur Matur gewinnt er 2011 eines der seltenen, mit 2500 Dollar dotierten Stipendien der Stadt Cambridge.

Aus ihm soll etwas werden. Er gibt Zahnarzt als Berufswunsch an, ist aber noch ein Kind. Auf der Strasse ist er oft auf dem Rollbrett anzutreffen. Die Baseballmütze trägt er nach hinten gedreht. Für die Jungs auf der Strasse ist er der «coole Jahar». Noch am Abend vor dem Attentat zeigt er sein Können auf dem Skateboard. Der Wechsel von der Mittel- zur Hochschule misslingt. Er schreibt miserable Noten, Einsen in Politik und Chemie. Nur gerade bei den Aufsätzen brilliert er.

Der schrille Schläger

Dschochar wird 2012 US-Bürger. Seinem Bruder gelingt das nicht. Der schlägt seine Freundin, sitzt 2009 kurze Zeit in Haft – ein Grund, ihn nicht einzubürgern.

Ohnehin bekundet Tamerlan weit mehr Mühe, sich in den USA einzugliedern. Er ist rebellischer, fällt äusserlich auf. Zu Schuhen aus Alligatoren-Leder trägt er kitschige Rüschenhemden. Er boxt, und zwar gut. «Er war gross, grösser als die meisten, und zäh», beschreibt ihn der

Vizepräsident der New England Boxing Association. 2003 registriert er sich beim amerikanischen Boxverband. Später gibt er an, er wolle für die USA bei den Olympischen Spielen in den Ring steigen. Sein grösster Erfolg ist 2009 ein Auftritt in Salt Lake City bei den «Golden Gloves», dem wichtigsten Turnier für Amateure. Er verliert seinen einzigen Kampf.

Nach drei Semestern bricht er sein Studium ab. Dafür hat er Glück in der Liebe. Er lernt in Boston ­Katherine Russell kennen. Die beiden heiraten, haben eine kleine Tochter. Russell, heute 24, konvertiert zum Islam. Fortan trägt sie einen Hidschab, eine islamische Bedeckung für Kopf und Hals.

Fassungslos reagiert Russells Familie auf den Terror. Ihre Eltern verteilen am Freitag eine Stellungnahme, verfasst per Schreibmaschine. Den Namen des toten Schwiegersohns buchstabieren sie falsch. «Es ist uns bewusst, dass wir Tamerlane Zarnajew nie richtig kannten.»

Bekannte erzählen aber, die Eltern hätten Katherine «sehr unterstützt» beim Übertritt zum Islam. Eine Nachbarin schildert, wie sich Katherine verändert habe. Sie trage lange Gewänder, sei oft drinnen.

Radikaler Islam

Waren die Zarnajew-Brüder radikale Muslime? Trieb ihr Glaube sie an, Nägel und Schwarzpulver in Kochtöpfe zu stecken und so Menschen zu töten und zu verstümmeln? Menschen, die sie vorher nie trafen. Islamische Websites liefern Anleitungen, Bomben so zu basteln, aber auch rechtsextreme.

Als «strenggläubige Muslime» beschreiben die Eltern ihre Söhne. Der ältere nimmt den jüngeren oft mit zum Freitagsgebet. Online preisen beide den Islam. An der Highschool verfasst Dschochar einen Aufsatz über Tschetschenien und die russische Unterdrückung der Muslime. Tamerlan publiziert Videos von islamischen Geistlichen. Ihr ältester Sohn sei «seit fünf Jahren in religiöse Politik» involviert, sagt die Mutter am russischen Fernsehen. «Am Dschihad nahm er aber nicht teil.» Vor einem Jahr besucht Tamerlan mit seinen Vater Dagestan, gemeinsam gehen sie nach Tschetschenien. Ob sie radikale Gruppen treffen, ist nicht klar.

Sicher ist: Das FBI kennt Tamerlan Zarnajew. Bundespolizisten befragen ihn Anfang 2011. Eine ausländische Regierung – vermutlich die russische – bittet die USA darum. Er soll «Anhänger des radikalen ­Islams» sein und sich ausserhalb der USA einer Terrorgruppe anschliessen wollen. Wochenlang durchkämmt das FBI seine E-Mails, schaut, was er online tut, befragt die Familie und Freunde. Der Befund: Es gibt keine terroristischen Verbindungen.

Die Eltern kennen die Bedenken des FBI. Der Vater sagte diese Woche, beide Söhne seien im Visier gewesen – «seit drei bis fünf Jahren». Er will einen FBI-Agenten gehört haben, wie er seinen Buben sagte: «Wir wissen, was ihr lest, was ihr trinkt, was ihr esst, wohin ihr geht.»

Das vielleicht beste Bild von Tamerlan Zarnajew hat der junge US-Fotograf Johannes Hirn. Er begleitet ihn beim Boxtraining und publiziert 2010 ein Foto-Essay im Magazin der Boston University. «Boxen für den Pass» so der Titel. Um US-Bürger zu werden, wolle er an den Olympischen Spielen für die USA kämpfen.

Tamerlan gibt sich als gläubigen Muslim aus, der weder trinkt noch raucht. «Gott sagte Nein zu Alkohol.» Und er klagt: «Ich habe keine amerikanischen Freunde, ich verstehe sie nicht.» Letztlich war er ein Versager.  


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USA: Hungerstreik in Guantánamo eskaliert

Washington – Der Hungerstreik im US-Gefangenenlager Guantánamo weitet sich aus. Rund 77 der 166 Insassen des umstrittenen Militärgefängnisses auf Kuba beteiligten sich am Samstag an der Protestaktion, wie der Militärsprecher Samuel House mitteilte.

Dies waren 25 mehr als am Mittwoch. Demnach wurden 17 Häftlinge zwangsernährt, wobei fünf von ihnen im Spital behandelt wurden. Zurzeit sei aber keiner von ihnen in Lebensgefahr, betonte House.

Nach Angaben von Anwälten wurde der Streik am 6. Februar ausgelöst durch den als entwürdigend empfundenen Umgang der Wärter mit Koran-Ausgaben. Im Kern aber richte sich der Streik gegen die seit elf Jahren andauernde unbegrenzte Inhaftierung ohne Anklage oder Prozess, erklärten die Anwälte.

Die UNO-Hochkommissarin für Menschenrechte, Navi Pillay, hatte Anfang April die USA erneut aufgefordert, das Gefangenenlager auf der US-Militärbasis zu schliessen. Es sei keine Überraschung, dass die Insassen auf so verzweifelte Massnahmen wie den Hungerstreik zurückgriffen.

«Die unbegrenzte Inhaftierung vieler Gefangenen kommt einer willkürlichen Gefangenschaft gleich und verletzt ganz klar das Völkerrecht», erklärte Pillay in Genf. Die USA hätten für etwa die Hälfte der 166 Gefangenen einen Transfer in ihr Herkunfts- oder in ein Drittland vorgesehen. Die betreffenden Insassen befänden sich aber immer noch in Haft.

Auch das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) fordert eine Lösung. «Die USA müssen dringend alle hängigen humanitären, rechtlichen und politischen Fragen bezüglich der Inhaftierten in Guantánamo lösen», sagte IKRK-Präsident Peter Maurer am 11. April nach einem viertägigen Besuch in Washington. Dazu zählten auch jene Personen, die nicht mehr als Gefahr gälten und deren Inhaftierung daher ungerechtfertigt sei.

Das Gefangenenlager auf Kuba wurde 2002 vom damaligen US-Präsidenten George W. Bush gegründet, um Terrorverdächtige aus Afghanistan und anderen Ländern aufzunehmen. US-Präsident Barack Obama hatte nach seinem Amtsantritt 2009 eine Schliessung des Lagers innert eines Jahres angekündigt, war aber am massiven Widerstand im Kongress gegen eine Verlegung der Gefangenen auf US-Boden gescheitert. (SDA)


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Banken: Patrick Odier: «Wir können uns anpassen»

BERN - BE - Patrick Odier, Präsident der Schweizerischen Bankiervereinigung und damit oberster Schweizer Banker, will nicht mehr prinzipiell gegen den automatischen Informationsaustausch kämpfen. «Wenn er zum globalen Standard wird, können wir uns ebenfalls anpassen», sagte er im Interview mit der «NZZ am Sonntag».

Allerdings will sich die Bankiervereinigung nur dann darauf einlassen, «wenn es sich wirklich global ändert, zumindest in der OECD», so Odier. Die OECD sei die beste Plattform. Dort müsste die Schweiz mit den besten Leuten vertreten sein, damit bei der Ausarbeitung der Standards mitgeredet werden kann.

Ohnehin müsse die Schweiz proaktiv das Gespräch mit Europa suchen, ist Odier überzeugt. Die wichtigsten Themen seien die Altvermögen und die Erweiterung der Zinsbesteuerung. «Wir dürfen nicht warten, bis jemand auf uns zukommt.»

Was die Altlastenproblematik betrifft, sieht Patrick Odier die Abgeltungssteuer nach wie vor als beste Möglichkeit, Rechtssicherheit zu schaffen - etwa durch strafbefreiende Selbstanzeigen. Der Bankiervereinigung sei wichtig, «dass Kunden, die kein Schweizer Recht verletzt haben, nicht schutzlos auf die Strasse gestellt werden».

Sobald die Altlasten aufgeräumt sei, könne man offener über Regeln für die Zukunft diskutieren, sagte Odier. Am Ende sieht er das Bankgeheimnis trotz allem nicht: «Wir müssen jetzt ein Bankgeheimnis gestalten, das Vertraulichkeit garantiert, aber nicht für illegale Zwecke missbraucht werden kann.» (SDA)


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Grüne fordern: Billig-Halbtax für Autofahrer

Letztes Jahr verzeichneten die SBB einen veritablen Passagierschwund. Pro Tag benützten rund 10'000 Menschen weniger die Bahn als noch 2011. Bis zu dieser Trendwende nahmen die Zahlen stetig zu. Offenbar steigen wieder mehr Leute vom Zug aufs Auto um als umgekehrt.

Ein Grund dafür sind die Preise, wie Grünen-Präsidentin Regula Rytz (51) sagt: «Die SBB haben ihre Preise in den letzten Jahren massiv erhöht.» Seit 2010 schossen sie um über zwölf Prozent nach oben. Neue Bahnkarte soll sich auch für die SBB lohnen «Es darf keine Rückverlagerung auf die Strasse geben», verlangt Rytz. Im Gegenteil: Der ÖV-Anteil an der Mobilität müsse weiter steigen – um die Umwelt zu schonen und die Wohnqualität zu fördern. Deshalb fordern die Grünen jetzt eine Art Halbtax-Abo für Gelegenheits-Zugfahrer – die sogenannte «Bahnkarte 25».

Rund 50 Franken im Jahr soll das neue Abo kosten. Sämtliche Zugtickets würden damit 25 Prozent weniger kosten – genau genommen ein Dreivierteltax-Abo also. Zum Vergleich: das bewährte Halbtax kostet 175 Franken. Damit fahren Passagiere zum halben Preis.

Umfassende Reform der ÖV-Tarife

«Über 50 Prozent der Bevölkerung hat heute kein ÖV-Abo – und muss bei Gelegenheitsfahrten den vollen, sehr hohen Preis bezahlen», sagt Rytz. Eine Reise Thun–Zürich retour etwa koste heute 116 Franken. «Da scheint es für viele attraktiver, das Auto zu nehmen.»

Dass die SBB damit finanzielle Einbussen verzeichnen, glauben die Grünen nicht – im Gegenteil. «Die Bahnkarte bringt den SBB neue Kundinnen und Kunden und damit Zusatzeinnahmen», sagt Rytz.

Das Billig-Halbtax für Autofahrer ist eine Forderung aus dem Paket für eine umfassende Reform der ÖV-Tarife. Auch neue Arten von Generalabos (GAs) fordern die Grünen. Ihre Ideen stellen sie morgen vor. Die ÖV-Branche selbst denkt derzeit über neue Preismodelle nach – diese sind zurzeit in der Vernehmlassung. 


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Im Acker gelandet: Zwei Männer aus dem Auto katapultiert

Heute Morgen um 3 Uhr: Drei junge Männer im Alter von 19, 20 und 23 Jahren sind auf der Kriessernstrassen von der Disco Flash in Richtung Autobahnanschluss unterwegs.

In einer S-Kurve gerät das Auto ins Schleudern. Es rutscht über einen Grünstreifen, überquert einen Veloweg. Das Fahrzeug überschlägt sich mehrmals und kommt im Ackerland auf dem Dach zum Liegen.

Zwei der Insassen wurden aus dem Auto katapultiert. Alle drei Männer mussten mit unbestimmten Verletzungen ins Spital gebracht werden.

Personen, die Angaben zum Unfall machen können, werden gebeten, sich mit dem Polizeistützpunkt Thal, 058 229 80 00, in Verbindung zu setzen. (gtq)


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